Meine Panik-Playlist: Shake it off!

Dass ich nun schon ein ganzes Weilchen mit Ängsten und Panik zu tun habe, dürfte sicherlich kein Geheimnis mehr sein. Über die Jahre habe ich unterschiedliche Strategien erlernt, um damit mehr oder weniger gut umzugehen. Wenn mich die Panik allerdings mal wieder voll im Griff hat, gibt es wenig, was sofortige Wirkung zeigt. Erst vor kurzem bin ich dann auf eine Methode gekommen, die bis jetzt jedes, wirklich JEDES Mal die Panik mit all ihren Begleiterscheinungen vollends vertrieben hat: meine Panik-Playlist.

 Von Sympathikus und Parasympathikus

Was im Körper während einer Panikattacke so alles vorgeht, habe ich euch in diesem Post schon einmal kurz berichtet. Die körperlichen Symptome wie Zittern, Hyperventilation und Herzrasen haben wir dabei einem Teil unseres vegetativen Nervensystems, dem Sympathikus zu verdanken. Der sorgt in Stresssituationen nämlich dafür, dass wir in vollster Alarmbereitschaft sind und jederzeit vor einer potentiellen Bedrohung flüchten, oder um unser Leben kämpfen können (ihr erinnert euch – der Säbelzahntiger und so). Sein Gegenspieler ist der sogenannte Parasympathikus. Der ist eher der entspannte Typ und sorgt dafür, dass wir wieder runter kommen und unsere Herzfrequenz sinkt.

Wie ihr seht sind die beiden sehr unterschiedlich, aber ohne einander können sie halt eben auch nicht. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.

Shake it off!

In einer akuten Panikattacke, oder auch in Angstzuständen und starker Nervosität, ist der Parasympathikus also unser bester Freund. Den wollen wir aus seinem Versteck locken, während der Sympathikus uns schön auf Trab hält. Wie genau man das am besten macht, hängt von einem selbst ab. Die einen gehen vielleicht eine Runde draußen im Wald joggen, andere legen sich in die Wanne und lesen bei Kerzenschein ein gutes Buch. Wichtig ist in jedem Fall ein Ventil zu finden, mit dem man die hohe Anspannung direkt in der Situation regulieren kann (soweit das möglich ist, versteht sich). Ich habe schon alles probiert, über joggen bis hin zu lesen, spazieren gehen und mit Freunden telefonieren. Nichts davon hat mir persönlich gut genug geholfen. Vor kurzem war ich dann während einer Panikattacke an einem Punkt, an dem ich mich wie gelähmt gefühlt habe (ebenfalls typisch für Panik und Angst) und ich hatte einfach keinen. Bock. Mehr. Also habe ich genau das gemacht, wonach ich mir eigentlich so gar nicht der Sinn stand: Ich hab die Musik aufgedreht, bin durch meine Wohnung getanzt und hab mir nur gedacht: Shake it off, Baby!

Anfangs fiel mir das noch schwer, immerhin habe ich Momente zuvor noch schwer atmen müssen und mir war so schlecht wie nach fünf Fahrten mit dem Silver Star nach einem deftigen Mittagessen. Nichtsdestotrotz habe ich weiter gemacht, ich wusste instinktiv, welche Lieder ich hören wollte und merkte schon ab dem zweiten Song, dass es mir deutlich besser ging.

Die Panik-Playlist

Spätestens nach vier Songs fühlte ich mich, als wäre der Elefant auf meiner Brust endlich aufgestanden und zurück nach Thailand gegangen. Freudig winkte ich ihm hinterher und stellte mit Erstaunen fest, dass meine Panik weg war. Skeptisch wie ich bin, dachte ich natürlich zunächst, dass meine Tanzeinlage vielleicht nur in dieser Situation geholfen hat. Also probierte ich es auch beim nächsten Anflug von Panik aus, und beim übernächsten und so weiter… Das Ergebnis war immer das Gleiche: Die Panik/Angst/Anspannung war weg, stattdessen fühlte ich mich erleichtert.

Mir fiel auf, dass ich in solchen Situationen immer die gleichen Songs hörte und so erstellte ich eine Spotify Playlist. Selbst wenn es mir die Situation mal nicht erlaubt einfach los zu tanzen (das käme mitten in der U-Bahn doch etwas komisch, es sei denn man ist Teil eines Step-Up Films), die Playlist habe ich auf dem Handy immer dabei und vielleicht hilft ja allein das Hören der Lieder schon ein wenig, wenn ich es oft genug mache. Konditionierung nennt man das im Fachjargon.

Zu guter Letzt möchte ich euch meine persönliche Panik-Playlist natürlich nicht vorenthalten, vielleicht hilft sie jemandem von euch ja auch ein wenig. Sie ist voller Gute-Laune-Songs, wobei sicherlich noch einige mehr dazu kommen werden. Also im Zweifelsfall einfach die Musik laut audfrehen und los tanzen – ganz nach dem Motto „Shake it off“!

 

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